Industrielle Dienstleistungen (Schweizer AG)

Von KI-Neugier zu einem priorisierten Pilot-Backlog

Ein KI-Implementierungs-Workshop, der für eine Schweizer AG mit rund 200 Mitarbeitenden aus vager Ambition lieferbare Pilotprojekte gemacht hat.

Von Nico Jaroszewski · Gründer, AETHER DigitalVeröffentlicht am 2. Mai 2026
Branche
Industrielle Dienstleistungen (Schweizer AG)
Grösse
rund 200 Mitarbeitende
Region
Grossraum Zürich, Schweiz
Von KI-Neugier zu einem priorisierten Pilot-Backlog

Die Herausforderung

Das Führungsteam einer mittelgrossen Schweizer AG hatte jeden Bericht zu generativer KI gelesen und mehrere Konferenzen besucht. Sechs Monate später war im Unternehmen jedoch nichts angekommen. Bereichsleitende führten unkoordinierte Experimente mit Konsumenten-Chat-Tools durch, die IT war besorgt um Datenabfluss, und die Geschäftsleitung sah keinen Weg, Begeisterung in messbare Resultate zu übersetzen, ohne unkontrollierte Risiken einzugehen.

Was sie brauchten, war kein weiterer Vendor-Pitch. Sie brauchten einen strukturierten, anbieterneutralen Prozess, der die wenigen Anwendungsfälle identifiziert, in denen KI eine reale KPI bewegt, und der diese gegen die operativen und regulatorischen Rahmenbedingungen einer Schweizer Unternehmung abwägt. Der Auftrag an unser Beratungsteam für digitale Transformation war bewusst konkret: ein Backlog liefern, das die Geschäftsleitung freigeben kann, und ein internes Team, das es umsetzt.

Unser Vorgehen

Wir haben das Mandat als fokussiertes acht-wöchiges Workshop-Programm geführt. Die erste Woche war ein Discovery-Sprint über die fünf grössten Funktionen, der bestehende Abläufe, Datenverfügbarkeit und die Momente erfasst hat, in denen Mitarbeitende auf Informationen warten oder dieselben Aufgaben wiederholen. Aus rund vierzig Kandidaten haben wir zwölf Anwendungsfälle ausgewählt und nach erwartetem Geschäftswert, Datenreife, regulatorischer Exposition und Time-to-Pilot bewertet.

In den Wochen zwei und drei haben wir Tools gegen die priorisierten Fälle evaluiert: Schweiz-taugliche Hosting-Optionen, EU-Cloud-Dienste und selbstgehostete Open-Source-Modelle. Ausschlaggebend waren nicht Hype, sondern Datenresidenz, Audit-Trail, Integrationsaufwand und Total Cost of Ownership über vierundzwanzig Monate. Pro Anwendungsfall entstand eine einseitige Empfehlung, die der CIO im Verwaltungsrat vertreten kann.

Die Wochen vier bis sieben gingen in die praktische KI-Integrations-Beratung: zwei Pilot-Workflows wurden mit eigenen Daten und eigenen Mitarbeitenden Ende-zu-Ende gebaut. Die Schlusswoche war für Befähigung reserviert — ein Playbook, eine interne Prompt-Bibliothek, Governance-Leitplanken und ein Coaching für das neu formierte sechsköpfige KI-Kernteam.

Ergebnis

Die Geschäftsleitung erhielt ein priorisiertes Backlog von sieben freigegebenen Piloten mit Business Cases, Verantwortlichen und klaren Stop- oder Skalierungs-Kriterien. Zwei Piloten waren bereits ausgerollt und sparten im ersten Quartal mindestens vierzig Prozent Zeit auf der adressierten Aufgabe ein. Mindestens ebenso wichtig: Das sechsköpfige Kernteam konnte nach dem Programm eigene Discovery- und Evaluationszyklen führen.

Ein Jahr später ergänzt das Unternehmen weitere Anwendungsfälle nach demselben Bewertungs-Framework. Intern gilt das Mandat als der Moment, in dem KI von einer Folie zu einer Position im Operationsplan wurde.

Eingesetzter Stack

Workshop-ModerationUse-Case-Bewertungs-FrameworkAnbieterneutrale Tool-EvaluationAzure OpenAI mit Schweizer DatenresidenzEvaluation selbstgehosteter Open-Source-LLMInterne Prompt-BibliothekGovernance-Playbook

Dauer

8 Wochen

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